Aktuelles vom Sachsenhof - Sachsenhof Greven

Sachsenhof Greven
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Aktuelles vom Sachsenhof

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Der Sachsenhof in Greven-Pentrup: Frühmittelalter trifft Moderne
Der Aktionstag 2022 findet am 19. Juni 2022 statt [mehr]
Frühling auf dem Sachsenhof - das Backhaus wird errichtet

Greven-Pentrup, 12. März 2022 Auf dem Gelände des Freilichtmuseums in Greven Pentrup tut sich etwas. Nicht nur, dass traditionell im März die Felder wieder bestellt werden und die Aussaat vieler Getreidesorten ansteht, die schon unsere Vorfahren aus der Sachsenzeit kannten. In diesem Jahr wird es dort auch ein neues Gebäude ganz im Stil der frühmittelalterlichen Hofanlage geben. Gefördert mit einem Heimatscheck der nordrheinwestfälischen Heimatministerin hat die Fachgruppe Sachsenhof des Grevener Heimatvereins damit begonnen, das lange ersehnte Backhaus auf dem Museumsgelände zu errichten. Bereits vor einigen Wochen waren die dazu nötigen Eichenstämme, gewachsen in den Wäldern der Familie Fiege rund um Greven, geliefert worden. Aktuell werden sie geschält und vorbereitet. „Das ist nötig, damit sich später kein Ungeziefer unter den Rinden bereit macht“, erklärt Peter Grund, einer der Aktiven des Sachsenhofes. „Danach werden wir sie an der Unterseite anbrennen, um einen gewissen Schutz gegen Feuchtigkeit aus dem Boden zu erreichen“. Schon in den nächsten Wochen soll das neue Haus, ähnlich der auf dem Gelände bereits stehenden Remise, aufgebaut werden. Die Dacheindeckung erfolgt nicht mit Reet, wie auf dem Haupthaus des Sachsenhofes, sondern mit Holzschindeln, die die Aktiven des Sachsenhofes bereits im letzten Jahr vorbereitet hatten. Danach soll dann ein Backofen unter dem neuen Gebäude entstehen, der bei den zahlreichen Aktionen auf dem Sachsenhof eingesetzt werden kann.

 
Ein neuer Naturzaun entsteht ...

Das Backhaus bleibt jedoch nicht die einzige Neuerung auf der Museumsanlage. Entlang der im vergangenen Jahr angelegten Blumenwiesen mit Blumen und Kräutern, die schon im frühen Mittelalter in dieser Region heimisch waren, entsteht ein neuer Naturzaun, wie ihn einst auch unsere sächsischen Vorfahren um ihre Hofanlagen errichteten.

Alles soll zum Aktionstag des Sachsenhofes im Juni fertig sein.

... und zwei Bienenvölker sind wieder in die Klotzbeuten eingezogen

Bereits jetzt herrscht an anderer Stelle des Sachsenhofes Hochbetrieb. In die historischen „Klotzbeuten“ (Bienenstöcke in alten Baumstämmen) sind wieder zwei Bienenvölker eingezogen, die es sich zur Zeit dort heimisch machen und sicherlich an den zahlreichen Pflanzen und der Blumenwiese reichlich Nahrung finden dürften.

Natur, Gesundheit und Klima

 
Auch im Bildungszentrum am Sachsenhof, dem Sachsenhofzentrum, wird der Betrieb bald wieder starten. Der Heimatverein ist im Gespräch mit interessanten Referenten und Kooperationspartnern, um ein interessantes Angebot aufzustellen, das den Bildungszielen des Museumsortes entspricht. Dazu hat der Heimatverein speziell die Themen Natur, Gesundheit und Klima ins Auge gefasst.

Interessenten, die sich am Sachsenhof engagieren wollen oder sich für andere Aktivitäten des Heimatvereins interessieren, sind herzlich willkommen.

Erhalt von Kulturpflanzen des frühen Mittelalters

Greven-Pentrup, 4. Juli 2021 Geradezu idyllisch präsentiert sich der Sachsenhof in Greven-Pentrup den  Besucherinnen und Besuchern auch in diesem Sommer. Aber etwas ist  anders als sonst. Hinter wogendem Getreide ist erstmals das neue Servicegebäude zu erkennen. Heute richten wir unser Augenmerk allerdings  auf das Getreide, denn eines der vielen Anliegen des Fachgebiets Sachsenhof im Heimatverein Greven e.V. ist der Erhalt von Kulturpflanzen  des frühen Mittelalters. So gehörten Urgetreidesorten wie der Emmer, auch Zweikorn genannt, zu den Grundlagen der damaligen Nahrung. Er zählt neben dem Einkorn zu den ältesten kultivierten Getreidearten. Wie die meisten älteren Arten ist der Emmer aber relativ ertragsarm.  Allerdings ist er robust und weniger anfällig für Krankheiten. Trotz seiner guten Verarbeitungsmöglichkeiten wird er heutzutage kaum noch angebaut. Erst in jüngster Zeit erlebt das Getreide wieder einen Aufschwung, denn es gibt Backwaren einen besonders kernigen, würzigen Geschmack und liefert wichtige Nährstoffe.    
     
Der Anbau ist selbst auf mageren und trockenen Böden möglich und das Urgetreide gilt als resistent gegen schädliche äußere Umwelteinflüsse. Zudem verfügt es über eine natürliche Abwehr gegen Pilzbefall. Die Pflanze kommt gut mit einem geringen Nährstoffangebot  aus, wodurch sie relativ leicht zu kultivieren ist. Optisch ähnelt das  Korn einem normalen Weizenkorn. Emmer zählt zu den Spelzgetreide-Sorten  und die einzelnen Körner sind von einer festen Hülle, der Spelz, umschlossen. Diese macht das Getreidekorn länger haltbar, aber es  erfordert auch einen zusätzlichen Arbeitsgang bei der Verarbeitung. In einer speziellen Mühle werden die Körner von ihrer Hülle befreit, ehe man sie zu Mehl vermahlen kann. Emmer-Mehl ist relativ grob, grießähnlich und kleberstark.      
          
Emmer als Grundlage der damaligen Nahrung

Verglichen mit dem heutigen Weizen enthält Emmer wesentlich mehr Protein und ist besonders reich an Eisen und Mineralstoffen. "Besonders erwähnenswert ist der hohe Gehalt an Zink und Magnesium", weiss Liesel Drexler vom Sachsenhof-Team. "Zudem sind wichtige Carotinoide enthalten, welche insbesondere für die Sehkraft wichtig sind." Selbst Personen, welche an einer Weizenunverträglicheit leiden, vertragen es recht gut. Dennoch ist darin Gluten enthalten, was die Verwendung durch an Zöliakie Erkrankten ausschließt. Eines kann man dank des Engagements der Aktiven vom Sachsenhof aber hautnah erfahren: Emmer zählt nach wie vor zu den gesündesten Lebensmitteln. Die Ursache dafür ist auf die zahlreichen Eiweiße und Mineralstoffe des Getreides zurückzuführen.

Heute weiss man, dass sich dieses Urgetreide trotz der klebrigen und zähen Konsistenz hervorragend für die Brotherstellung eignet. So erhalten Backwaren aus Emmer eine charakteristische dunkle Farbe und einen besonders würzigen Geschmack. Und getreu dem Motto "Frühmittelalter trifft Moderne" wird der Emmer im Bäckerhandwerk mittlerweile wieder für neue Brotkreationen mit speziell entwickelten Rezepturen eingesetzt.

Wer sich persönlich über die Vielfalt der am Sachsenhof angebauten Kulturpflanzen informieren möchte, kann dies gerne tun. Die Anlage ist durchweg zugängig.

Bürgermeister Dietrich Aden informiert sich über Baufortschritt am Sachsenhof

Greven-Pentrup, 30. Juni 2021 Stippvisite vom Chef – so kann man es durchaus nennen, wenn sich der Bürgermeister höchstpersönlich vom Baufortschritt am Sachsenhof überzeugt. Schliesslich ist die vom Heimatverein Greven e.V. liebevoll gepflegte Anlage im Eigentum der Stadt Greven.

Dass das neue  Gebäude in Pentrup zunehmend Gestalt annimmt, darüber wurde schon mehrfach berichtet. Weniger bekannt ist indes, dass viele  Mitglieder des Heimatvereins seit Baubeginn in ungezählten Stunden  umfangreiche Eigenleistung erbracht haben, ohne die das Gebäude wohl nicht so schnell und zügig fertiggestellt worden wäre. Und so zeigte sich Bürgermeister Dietrich Aden (links) hoch beeindruckt, als er sich jetzt vom Heimatvereinvorsitzenden Herbert Runde (rechts) die Besonderheiten des Hauses erklären ließ. Nicht zu vergessen die vielfältige Arbeit der Ehrenamtlichen auf der Anlage.

Eröffnung am 18. und 19. September 2021

Ebenfalls dabei waren Werner Peters (2. von rechts) und Peter Kreienkamp (2. von links), die das Projekt von Anfang an begleitet und betreut haben. Der Bürgermeister freut sich jedenfalls schon auf die Eröffnung im September: „Bei der Eröffnung am 18. und 19. September 2021 bin ich auf jeden Fall dabei!“ Dietrich Aden war übrigens mit dem Fahrrad zum Sachsenhof gekommen. So konnte er gleich selber testen, wie gut der Sachsenhof doch per Pedes als Ausflugsziel erreichbar ist.

(c) Heimatverein Greven - 2022
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